
1. Worum geht es?
Bronnie Ware ist ein wirklicher australischer Freigeist. Sehr schnell merkt sie, dass sie ihr 9 to 5 Job absolut nicht zufriedenstellt. Also bricht sie ihre Zelte ab und erkundet die Welt. Sie reist mit ihrem Pick-Up durch Australien, lebt einige Zeit in England bei Freunden, bis sie schließlich Geld benötigt, um in ihrer Heimat über die Runden zu kommen.
Dort rutscht sie in die Sterbehilfe hinein. Sie begleitet meist ältere Menschen, die ihren Alltag nicht mehr selbst bewältigen können, so lange, bis sie schließlich sterben.
Von den vielen Menschen, die sie auf dieser letzten Reise begleitet hat, hat sie folgende 5 Dinge zusammengetragen, die Menschen am meisten bereuen.
- Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst so treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarten
- Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet
- Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen
- Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten
- Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt
2. Warum habe ich es gelesen?
Immer mal wieder wurde ich in Podcasts, Vorträgen oder Blogs auf dieses Buch aufmerksam gemacht.
Und ganz ehrlich: Wen interessiert ein Buch mit diesem Titel nicht???
Mich hat es natürlich neugierig gemacht, herauszufinden was diese 5 Erkenntnisse wohl sein mögen.
3. Was habe ich mitgenommen?
Das Buch hat mir an vielen Stellen neue Perspektiven eröffnet. Es war extrem erkenntnisreich zu erfahren, wie ältere Menschen auf ihr Leben zurückblicken und welche Gedanken und Gefühle das mit sich bringt.
Leider wird einem erst am Ende des Lebens wirklich klar, worauf es ankommt. Niemand bereut, noch mehr Überstunden gemacht oder noch mehr Filme geschaut zu haben. Letztendlich geht es darum, zu sich selbst zu stehen und die Pflege von guten Beziehungen.
Das hat mich auf jeden Fall meinen eigenen Alltag noch einmal ganz anders bewerten lassen.
4. Wie bewerte ich es?
Bronnie lässt uns sehr nah dabei sein. Für mich persönlich hat sie eine ganz neue Welt eröffnet.
Für mich war das Thema Sterben nie wirklich präsent. Auch wenn schon einige aus meiner Familie nicht mehr leben, habe ich mir nie tiefere Gedanken darüber gemacht, sondern es eher verdrängt.
- Wie geht es einem Menschen der nicht mehr alleine seinen Alltag bewältigen kann?
- An was denken Menschen, die wissen, dass sie nicht mehr viele Tage auf dieser Erde haben?
- Wie gehen die Menschen in ihrem Umfeld damit um?
Auf all diese Fragen hat Bronnie Antworten geliefert.
Durch ihren sehr lebendigen Schreibstil transportiert sie uns Leser nicht nur Geschichten, sondern schafft es auch diverse Emotionen auszulösen. Egal ob Freude, Trauer, Wut oder auch einfach nur das Bedürfnis in Ruhe in sich zu kehren.
Negativ sehe ich allerdings den sehr großen Anteil ihrer eigenen Biographie in diesem Buch. Mindestens über die Hälfte der 350 Seiten spricht sie ausschließlich über sich und ihr Leben. Sie hat viel erlebt und viel durchgemacht. Keine Frage. Doch wenn ich mir ein Buch über die Gedanken Sterbender kaufe, möchte ich einfach keine ausschweifende Autobiographie lesen. Da hätte sie locker diverse Storys streichen und den Rest erheblich kürzen können, um sich stattdessen noch tiefer mit diesen 5 Erkenntnissen auseinanderzusetzen.
Auch wenn diese Erkenntnisse und Einblicke wirklich sehr inspirierend waren, muss ich das ganze Buch bewerten. Die eine Hälfte bewerte ich mit 5 Sternen, die andere mit 1 Stern. Also sind es unterm Strich 3 Sterne.
5. Kann ich es weiterempfehlen?
Das muss ich ganz klar mit Ja beantworten. Ich denke, ich bin nicht der Einzige, der sich am liebsten gar nicht mit dem Tod und sterbenden Menschen auseinandersetzen möchte. Doch ist es etwas ganz natürliches und diese alten Menschen haben so viel zu sagen. Ich habe mir daher vorgenommen, mich eine Zeit ehrenamtlich für ältere Menschen zu engagieren.

Bronnie Ware – 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen
